Was ist iCloud?

Eigentlich dachte ich zunächst, dass diese ominöse Cloud bisher an mir vorbei gegangen ist und das auch so bleiben wird — iCloud hin oder her. Ich habe meine Lieblingsmusik schön in iTunes eingepflegt und mit dem iPhone synchronisiert. Weder zuhause, noch unterwegs brauche ich einen Musikstreamingdienst, da ich ohnehin alles dabei habe und unnötigen Traffic vermeiden möchte (nach 300 MB wird bei mir nämlich runtergedrosselt). Das dachte ich zunächst.

Durch die Geschichte der modernen Musik zieht sich der ständige Wechsel des Trägermediums und die damit einhergehende Veränderung der Musikwahrnehmung wie ein roter Faden. Wer hätte denn gedacht, dass die Schallplatte von der Kassette abgelöst würde und das Zeitalter der Raubkopien und der Mixtapes begann. Wer hätte gedacht, dass die CD sich durchsetzt, nur um anschließend vom derzeit vorherrschenden MP3-Format ersetzt zu werden.

Heutzutage geht kaum mehr jemand in einen Plattenladen, um sich durch die Alben zu stöbern und auf gut Glück eins mitzunehmen. Man lädt sich stattdessen lieber im iTunes Store, etc. einzelne Lieder runter. Das wäre ohne den Erfolg des digitalen Musikformats kaum möglich gewesen und ich glaube fest daran, dass Musik in der Cloud das nächste große Ding wird.

Wenn ich vor 5 Jahren nach Musik gesucht hab, geschah dies zuallererst über YouTube. Einfach Titel und Interpreten eingeben und sich das Lied kostenlos in ganzer Länge anhören dürfen, war der pure Luxus. Was gefiel, wurde auf den iPod Video verfrachtet und per Link an den gesamten Freundeskreis via Facebook weiterverteilt. So kam es das beim Musikhören immer häufiger ein Browserfenster den gewohnten Desktop-Player ablöste.

Ohne es zu merken, konsumierte ich Musik bereits in der Cloud. Es gab nur dieses Wort noch nicht. Ja, ich habe meine Lieblingsmusik lokal gespeichert. Ja, ich habe alles auf dem iPod. Aber was tue ich, wenn ich meiner Freundin ein Mixtape mache? Oder wenn ich Freunden ein Lied empfehlen will? Oder einfach nur ein Lied hören möchte, was ich nicht auf der Festplatte habe? Richtig. Ich nutze diverse Online-Dienste. Ich denke, dass das auch auf die meisten von Euch zutrifft.

Nun zu Apples iCloud:

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Apple mit der iCloud einen Streamingdienst launchen wird. Musik, Fotos, Videos werden online abgelegt und von überall abrufbar sein. Soviel zum Offensichtlichen. Über den Rest lässt sich zunächst nur spekulieren. Fest steht, dass Apple sich definitv am derzeitigen Vorreiter in Sachen Musik in der Cloud messen muss: Spotify. Für runde 10€/Monat kann man sich dort unbegrenzt am Musikpool bedienen. Die Mac-App ist der Hammer, die iOS App ebenso. Dank Offline-Modus braucht man auch keine permanente Internetanbindung.

Die sozialen Funktionen stehen dem in Nichts nach: Lieder, Alben, Interpreten und Playlisten kann man einfach per Drag & Drop weiterempfehlen. Abspielstatistiken, Lieblingslieder lassen sich einsehen, Playlisten bequem abonnieren. Kennt noch jemand Ping? Nein? Auch Apple verkackt manchmal Dinge.

Dateien online ablegen und abrufen zu können wird definitiv nicht reichen. Apple muss mehr bieten. Ich denke, dass die iCloud alles unter einen Hut bringen kann. Es muss ein Musikabonnement und bessere soziale Features (Stichwort: Ping-Relaunch?) geben und wer weiß was Steve Jobs morgen noch hervorzaubern wird. Spotify macht es bislang vor, aber Apple war immer schon für die ein oder andere geniale Überraschung gut. Mit iTunes wurde die Musikwelt einmal grundlegend verändert, vielleicht gelingt auch diesmal der große Wurf. Das Potenzial ist da, das Angebot gigantisch und alle Verträge anscheinend gemacht.

 

Wir hoffen wir konnten einigen damit erklären was der Begriff iCloud überhaupt bedeutet.

 

Euer iBreakTeam

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