Das Ende einer Ära: Alle Fakten zum Rücktritt Jobs

Ein schwarzer Tag für die Apple-Welt: Wie gestern bekannt gegeben wurde, tritt Steve Jobs als CEO von Apple zurück. Steve Jobs war nach seiner Rückkehr zu Apple im Jahr 1996 als Geschäftsführer des Unternehmens tätig und man kann wohl auch sagen, dass er maßgeblich für den jetzigen Erfolg von Apple verantwortlich war.

 

Steve Jobs musste sich im Januar 2009 sowie 2011 krankheitsbedingt aus dem Tagesgeschäft von Apple zurückziehen. Eine Lebertransplantation musste er auch überstehen, kam aber immer wieder als CEO zurück. Sein aktueller Gesundheitszustand kann mit ein Grund für seine Entscheidung sein. Wie auch in der Vergangenheit übernimmt Timothy D. Cook die Position von Steve Jobs.

 

Welche Auswirkungen der Rücktritt für die Zukunft haben wird, bleibt abzuwarten. Dass die Aktie von Apple zurückgehen wird, dürfte aber ziemlich sicher sein. Das hat man ja auch beim krankheits Ausfalls Jobs 2011 gesehen. Kaum war es bekannt fiel die Aktie um 5%. Jobs wird Apple nicht verlassen, er wird als Chef des Aufsichtsrates tätig sein.

 

Nähere Informationen und der persönliche Brief von Steve sowie die Pressemitteilungen findet ihr auf der Apple seite.

 

Aber was macht Steves Rücktritt zu so einer Horror Nachricht? Blicken wir zurück auf eine einzigartige Karriere eines einzigartigen Mannes.

Im Jahre 1976 gründete Steve Jobs gemeinsam mit Steve Wozniak und Ronald Wayne den Apfel-Konzern. Eifrig arbeitete man gemeinsam an dem Computer, der inzwischen zu einem den beliebtesten und begehrtesten aller Computer gehört: Dem Macintosh, welcher erstmals 1984 vorgestellt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war Apple allerdings schon lange kein Drei-Mann-Unternehemen mehr, sondern verfügte bereits über eine anschauliche Zahl an Mitarbeitern.

 

Als dann Steve Jobs 1985 wegen eines Machtkampfes innerhalb Apples die Firma verließ, gründete er schon gleich wieder ein neues Unternehmen namens NeXT. Auch dort wurden wieder Computer gefertigt, es gab aber auch andere Innovationen, wie bspw. Ethernet-Schnittstellen, ein eigenes Mail-System u.v.a.m. Für Steve stand bereits schon damals Kundenzufriedenheit, Aussehen und Leistung an oberster Stelle und er entwickelte eine Liebe für die kleinsten Details. Parallel zu NeXT baute Steve Jobs das auch heute noch sehr bekannte Animationsstudio Pixar auf, als deren Kultfilm die Toy Story Reihe gilt. In der darauffolgenden Zeit knüpfte Steve Jobs zunehmend engere Kontakte zu Disney und schloss bereits Verträge ab. Etwas später hat dann Disney Pixar übernehmen und Steve Jobs wurde dadurch Mitaktionär am Unternehmen.

 

Aber zurück zu NeXT und Apple. 1996 entschloss sich dann Apple NeXT zu kaufen und Steve Jobs wurde sogleich wieder als Chef des Unternehmens eingestellt. Zugegeben, in dem damaligen Zustand war Apple nicht gerade der Knüller. Aber man wusste, dass Steve Jobs über immense Führungsqualitäten besaß, nur er konnte Apple wieder nach oben bringen. Und das tat er auch. Durch mehrere Projekte und eine eiskalte, kalkulierende Vorgangsweise innerhalb des Unternehmens bestärkte Steve Jobs das Unternehmen erheblich. Um die Jahrtausendwende herum erblickten erstmals Versionen von Mac OS X und sogar schon der erste iMac das Licht der Welt. Dabei führte Steve Jobs natürlich auch seine Einstellung bezüglich Kundenzufriedenheit, Design und Leistung weiter, was man ja auch heute noch den Apple Produkten deutlich anmerkt. Im Jahr 2000 verkündete Steve Jobs dann auf der Macworld Expo, dass er von nun an definitiv permanent CEO des Unternehmens werde.

 

Und dann ging’s eigentlich schon ziemlich schnell. Wir alle kennen die unglaublichen Erfolgsgeschichten des iPods, des iTunes Stores, des iPhones, des App Stores, des iPads und der gesamten Mac Familie. Und hinter all diesen Produkten steht dieser eine Mann. Klar, Apple besteht nicht nur aus Steve Jobs, trotzdem hat er sich im Laufe der Jahre zu einer der prägendsten Persönlichkeiten der Technikindustrie emporgearbeitet und ist bei vielen Produkten selbst aktiv involviert.

 

Steve Jobs und Steve Wozniak, sicherlich das Duo der Computerindustrie. Steve Wozniak war dabei eigentlich immer der Techniker, der, der sich mit der Hardware und der Software aktiv beschäftigte. Steve Jobs war immer der Vermarkter, der, der eine Möglichkeit fand ein Produkt zu vermarkten und gut zu verkaufen. Man kann sich vorstellen, wie eine derartige Kombination einen Teil der Computerindustrie revolutioniert hat. Und wir sehen Steves Talent in diesen Bereichen jeden Tag. Die Jungs bei Apple sind Meister bei Design und Präsentation (Werbung, Keynotes), betreiben sehr viel Forschung und investieren in zukunftsweisende Technologien.

 

Und wie bereits angemerkt war Steve Jobs vernarrt in die Idee der Perfektion. Wenn man ein Produkt macht, dann sollte es in allen Aspekten gut sein, das Gesamtbild muss stimmen. Diese Einstellung verbreitete er auch unter seinen Mitarbeitern. Und angeblich soll Steve Jobs nicht gerade der netteste Chef gewesen sein. So schön Apple nach außen aussehen mag, im Inneren sieht es meist anders aus. Steve Jobs hat also etwas von einem digitalen Diktator in sich, Ideen/Konzepte faszinieren ihn entweder oder stoßen ihn ab, es gibt keinen Mittelweg. Es wird auch oft so interpretiert, als möge er seine Ideen anderen Leuten aufzwingen und sie “gläubig” machen. Viele sehen Apple ja auch als eine Art Religion an und bezeichnen Steve Jobs als den iGott.

 

Steve hat es einfach geschafft ein Unternehmen aufzuziehen, welches einfach zu einer Kult- und Hype-Firma herangewachsen ist. Kaum spricht man von Apple Produkten werden gleich alle verrückt, speziell bei neuen Produkteinführungen, man denke an die endlosen Schlagen vor den Apple Stores, man denke an den Hype vor jeder Keynote. Dieser Magneteffekt, diese Fähigkeit andere Menschen von den eigenen Produkten begeistern zu können, über diese Gabe verfügen nur sehr wenige. Steve Jobs gehört eindeutig zu diesen Menschen, die in der Lage sind die eigenen Produkte allen schmackhaft zu machen.

 

Leider war Steve Jobs’ Karriere auch seit einigen Jahren von einer Krankheit begleitet: Seit Mitte 2004 litt Steve Jobs an einem Pankreas-Tumor. Bereits damals waren die Prognosen für die Zukunft nicht sonderlich rosig und in den folgenden Jahren gab es immer wieder mehrere Rückfälle. In Folge dessen übertrug Steve Jobs immer mehr seiner Aufgabenbereiche an firmeninterne Mitarbeiter. Bis vor wenigen Jahren war Steve Jobs noch das einzige Gesicht der Firma, in den letzten 4-5 Jahren hat Apple allerdings Steves Macht immer mehr aufgeteilt. Tim Cook, Philip Schiller, Scott Forstall und einige wenige andere dürfen sich nun Apples Führung nennen. Diese könnt Ihr hier einsehen.

 

Aber ist es wirklich so, dass Apple ohne Steve Jobs nicht überleben wird? Ist Apple tatsächlich so abhängig von Steve Jobs? Genau das versuchte man in den letzten Jahren durch die Machtaufteilung zu verhindern, trotzdem gehört Steve Jobs zu diesem Unternehmen einfach dazu, das lässt sich nicht leugnen. Sein Rücktritt vom Chefsessel wird sicherlich Auswirkungen auf das Unternehmen haben, aber Apple wird darüber hinwegkommen. Apple befindet sich derzeit auf einem guten Weg und steht wirtschaftlich sehr gut da, Steve Jobs hätte sich keinen besseren Zeitpunkt für seinen Rücktritt aussuchen können. Trotzdem wollen die Leute nun mal eben ihn sehen. Man muss nur an die Keynotes denken und schon merkt man, dass eine Keynote ohne Steve einfach nicht das selbe ist. Wie gesagt, Steve Jobs wird sicherlich ein großes Loch hinterlassen, aber Apple hat dieses Ereignis sicherlich bereits geplant gehabt und hat ebenfalls schon Vorkehrungen getroffen um das Dahinscheiden von Steve Jobs weniger dramatischer ausfallen zu lassen.

 

Denn seien wir ehrlich: Apple wusste, dass eine Kündigung von Steve Jobs sicherlich Folgen mit sich bringen würde, das wusste man schon immer und da Apple sonst auch immer sehr berechnend und genau vorgeht, ist zu erwarten, dass Steve Jobs den Zeitpunkt mit Bedacht gewählt hat. Außerdem ist es ja nicht so, als ob Apple nicht schon vorausgedacht hätte, es liegen bereits mehrere Generationen von neuen Produkten in den Labors und werden sicherlich genau gleich wie vorher weiterentwickelt werden. Wenn man mal von den Börsen absieht, so wird sich bei Apple sicherlich jetzt nicht viel ändern. Schlaue Investoren werden sich von dieser Kündigung nicht abschrecken lassen, da Apple, wie bereits erwähnt, die Aufgabenbereiche sehr gut aufgeteilt hat und somit die eigene Unabhängigkeit sicherstellt. Steves Kündigung ist somit sicherlich nicht etwas, das jeder von uns direkt merken wird, denn es handelt sich hier mehr um eine technische Umgestaltung. Außerdem bleibt Steve Jobs ja Vorstand des Aufsichtsrates und ist somit noch lange nicht vom Tisch, Chef ist nun allerdings Tim Cook. Aber an Apples Einstellung, Praktiken, Plänen wird sich wenig bis gar nichts ändern. Steve Jobs ist aber somit auch nicht einfach ersetzbar, da er einfach als eine “iKone” des Computerzeitalters gilt.

 

Schluss endlich: Steve Jobs ist nun also nicht mehr Apple Chef. Klar, es ist ein Verlust und Apple wird ein neues Kapitel aufschlagen müssen. In den kommenden Monaten wird sich zeigen ob Apple tatsächlich ohne Steve Jobs an der ikonischen Spitze überleben kann. Aber nicht nur Apple trauert! Auch die Jailbreaker rund um das iPhoneDEV Team trauern um Steve.

Auch wir werden Jobs vermissen. Wir wünschen ihm alles Gute für die Zukunft.

Aber was haltet ihr von Jobs Rücktritt? Schreibt eure Meinung in die Kommentare.

 

Euer iBreakTeam

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